...Bodensee 2007...
-------------------Wenn der Gedanke die Welt zu sehen einen packt und nicht mehr loslässt-------------------
Abenteuer in der freien Natur
Sven Michalczak
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Meine erste mehrtägige Tour mit dem Fahrrad.
Bisher war ich nur mit dem Motorrad unterwegs. Das hat zwar den Vorteil, dass man viele Kilometer am Tag schafft. Allerdings sieht man nicht sehr viel, da man seine Konzentration stets auf die Strasse richten muss. Mal sehen wie mir das tägliche Fahren bekommt.
 
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Start und Ziel ist Ludwigshafen.
Da ich mit dem Auto angereist bin, gilt es einen mehrtägigen Parkplatz zu finden. Gestaltet sich recht schwierig, da rund um den See viele Kurzzeit-parkzonen eingerichtet worden sind.
Ich gehe auf Nummer Sicher und parke auf dem ortsansässigen Campingplatz und baue mein Zelt auf.
 
         

Der erste Tag. Endlich gehts los.
Nur noch Zelt abbauen und Alles verstauen. Das nun alltägliche Ritual.

Von Ludwigshafen geht es über Sipplingen nach Überlingen.
Alles bequem zu fahren, da gut ausgebaute Radwege zur Verfügung stehen. Leider manchmal zu nah an der B31.
Weiter geht es vorbei an Nußdorf und Unteruhldingen nach Meersburg.

Das Wetter ist überwiegend bedeckt. Zum fahren eigentlich sehr gut. Die ersten 40km sind bei Meersburg geschafft und ich entschliesse mich die erste Pause einzulegen. Die Stadt lädt ja gerade dazu ein. Überall kleine Gaststätten und Cafes. Alle gut gefüllt. Es ist Mittagszeit. Die Stadt ist überlaufen von Touristen, die sich das alte und neue Schloss ansehen und in Richtung Stadtkirche pilgern. Ich versuche noch den Laden eines Freundes zu finden, den ich im letzten Winter auf Fuerteventura kennengelernt habe. Aber wer schonmal versucht hat in Meersburg einen Italiener zu finden, der Vincente heisst und Spezialitäten verkauft, weiss das dieses Vorhaben unmöglich ist ! (Vincente fühle dich von hier aus gegrüsst !)

Nach einer Rast geht es weiter immer am See entlang über Hagenau und Immenstaad nach Friedrichshafen.
In Friedrichshafen zeigt der Tacho 60km.
Es gibt viel zu erkunden. Das Zeppelinmuseum, den Moleturm an der Promenade u.v.m.

     
 
Später beschliesse ich in absehbarer Zeit einen Campingplatz aufzusuchen, da sich der Himmel zuzieht. Im Laufe der Motorradreisen bin ich ein Freund vom "wilden campen" geworden, was am Bodensee praktisch unmöglich ist. (Vielleicht an Wochenenden auf nicht genutzten Firmengeländen)
Mit dem Wetter hatte ich tagsüber noch viel Glück, denn in der Nacht fällt plötzlich sehr viel Regen. Aber was ist schon perfekt ?
 
       
           
Am nächsten Tag gehts weiter.
Zum Glück ist das Wetter besser. Alles verstauen und dann geht es Richtung Lindau.
Heute sind definitv mehr Radler unterwegs, die Sonne scheint zu locken. Immer wieder kommen mir Fahrradgruppen entgegen.
Die kleinen Städte, die ich passiere wirken wie gemalt.
     
 
       
Immer wieder kann man palastähnliche Anwesen bestaunen, die auf traumhaften Grundstücken in wassernähe errichtet worden sind.
 
Leuchtturm mit Löwendenkmal       Lindau - Uferpromenade  

Der Klassiker in Lindau. Der Leuchtturm und der Löwe. Hier wird ersichtlich, daß ich die Landesgrenze von Baden Württemberg zu Bayern überschritten habe. Den der Löwe ist ja bekanntlich das bayrische Wappentier und so wacht er seit 1856 an der Hafeneinfahrt.

Seit 1230 steht der Mangturm an der Hafenpromenade. Der ehemalige Leuchttum ist heute neben der Stephanskirche, dem alten Rathaus u.v.m. ein Touristenmagnet.

Ich schlendere lange durch die alten Gassen und bestaune u.a. die Werke der Strassenmaler an der Uferpromenade und finde ein schattiges Plätzchen zum Pausieren in Hafennähe.

      Löwe im Hafen Lindau  
           
Viele historische Gebäude und Sehenswürdigkeiten lassen mich die Zeit vergessen und so stelle erschreckt fest, daß es schon später Nachmittag ist und nicht gerade viele Kilometer zusammen gekommen sind.
Ich fahre noch ein paar Kilometer bis kurz vor die Österreichische Grenze und suche mir einen Campingplatz.
 
       
Am nächsten Tag folgt der Grenzübertritt nach Österreich. Suche und finde einen Supermarkt und gefrühstückt wird im Grünen.
Ein wenig Sorgen mache ich mir schon, da ja die Zecken in dieser Region ebenfalls Hochsaison haben.
Ein paar Kilometer vom Bregenz entfernt mündet der Rhein in den Bodensee.
 
Pfahlbauten      
Frühstückspause...
Kurz vor Konstanz suche ich mir eine Über-nachtungsmöglichkeit, weil sich der Himmel zuzieht etwas früher, dafür aber trocken ins Zelt.
Es regnet die ganze Nacht.
 
Nach dem kurzen Weg durch Österreich fahre ich jetzt Richtung Schweiz und passiere die Grenze bei Gaißau. Weiter Richtung Rorschach, Horn, Arborn und schliesslich Romanshorn.
Unterwegs fallen mir diese Pfahlbauten auf, die heute offensichtlich als Umkleide genutzt werden. Ein komplettes Gebäude auf Stelzen, wie in Venedig.
 

Am nächsten Morgen regnet es immer noch.
Also:
Innen und Aussenzelt getrennt verpacken, sonst ist am nächsten Abend Alles nass und das gilt es zu vermeiden. Und weil es so schön ist in kompletter Regenmontur, da kommt Freude auf...
Bis kurz hinter Konstanz regnet es noch in Strömen. Allerdings kommt nach der deutschen Grenze immer mehr Sonne dazu. Kurz vor der Insel Mainau die Überraschung. Die Wolken verschwinden und die Sonne lacht.

Nach dem Ticketkauf geht es über die Brücke auf die Blumeninsel Mainau.
Es gibt zwar einen Fahrradparkplatz, doch die Herren die hier patroulieren wirken nicht sehr überzeugend, sodaß ich alle Wertsachen in den Rucksack stopfe und mitnehme. Das ist der Nachteil der Radler. Kein ab-schließbarer Kofferraum...

      Eingang zur Insel Mainau  
Kunst aus Blumen - Mainau
Es gibt viel zu erkunden. Sogar Palmen gedeien hier prachtvoll an der Uferpromenade und man fühlt sich an den Süden erinnert.
     

Blumenarangements die sofort ins Auge fallen gibt es hier an jeder Wegkreuzung in sehr ausgefallenen Arten. Ich habe noch nie soviele Arten von Rosen gesehen ! Einzigartig.

 

Der Altar der barocken Schlosskirche und die Deckenfresken sind mühevoll aufgearbeitet bzw. erhalten, denn sie stammen aus dem Jahr 1732.
      Palmen an der Uferpromenade
Die Insel Mainau ist seit 1932 für das Publikum geöffnet.
Die zahlreichen Pflanzenwelten sind das Lebenswerk von Lennart Graf Bernadotte, der die Insel von seinem Vater im Jahr 1932 geschenkt bekam und diese zu neuer Blüte führte. Im Jahr 2004 starb Graf Bernadotte im Alter von 95 Jahren. Seine Hinterlassenschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Deutschland.
 
Ein weiteres Highlight ist seit 1996 das Schmetterlingshaus. Das grösste Deutsch-lands. Der Besucher kann hier auf 1000m² hunderte "Flattermänner" bestaunen.
Nicht immer angenehm, denn es gibt Arten die deutlich grösser sind als unsere einheimischen Arten.
       
       
Der Tag ging sehr schnell zuende. Und ich beschliesse ein Zeltplatz zu suchen. Der gefällt mir aber nicht besonders, da er sehr überfüllt ist und ich beschließe im Mainauwald wild zu campieren. Klappt auch problemlos und die Nacht bleibt trocken.
Nach einer Nacht des wilden campens geht es heute zur Insel Reichenau.
Die Insel gehört seit 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe.
Bis zum Winter 1929 war die Insel über 1.000 Jahre als Weininsel bekannt. Doch in diesem Winter erfroren alle Reben. Seitdem wird vorzugsweise Gemüse angebaut.
     

St. Peter und Paul in Niederzell
Erbaut 1080

Marienmünster in Mittelzell 
aus dem 11 Jh.
     

Kreuz aus dem 11 Jh.

Eine Nacht verbringe ich noch auf dem sehr schönen Campingplatz auf der Insel Reichenau, dann geht es am nächsten morgen bis Ludwigshafen, wo das Auto wartet. Leider wieder mal im Regen.

Alles in Allem eine sehr schöne Tour mit vielen Sehenswürdigkeiten, allerdings stellenweise sehr überlaufen und voll.
Als Fahrradanfänger sehr gut zu fahren, da auf der ganzen Route keine nennenswerten Steigungen vorhanden sind.
Erwähnenswert sei auch noch das gut ausgebaute Bahnnetz, welches sich auf die Mitnahme von Rädern sehr spezialisiert hat. Das hat den Vorteil, wenn man keine Tour fahren will, daß man abends zurück zur Pension/Hotel kommt.

Fahrradtour am und um den Bodensee